Am 5. Mai 2014 hatte der Freundeskreis Stadtarchiv Hannover zum dritten Mal zu einem Zeitzeugengespräch eingeladen. Rund 100 Personen folgten im würdigen Hodlersaal des hannoverschen Neuen Rathauses gespannt den faszinierenden Erinnerungen, mit denen Hubert H. Lange von seiner über dreißigjährigen Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG berichtete. „Messen in Hannover: Ein Glücksfall der (Nachkriegs-)Geschichte?“, lautete das Thema. Ohne Zweifel, die Antwort hieß: „Ja!“.

„Orgien mit Fischbrötchen!“ So hatte Dieter Tasch, der ehemalige Chefreporter der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, zwei Monate zuvor über die erste Messe 1947 in Hannover anlässlich des vorangegangenen Zeitzeugengespräches geurteilt. Hubert H. Lange nun konnte humorvoll, anekdotenreich, aber auch in kritischer Reflexion der eigenen Erinnerungen, berichten, wie sich die Industriemesse etablierte. Neue Messen kamen hinzu, keineswegs ohne vorherige Kontroversen. Umso spannender war es zu hören, wie bereits die erste CEBIT 1986 ein Erfolg wurde.

Anschaulich sprach Hubert H. Lange alle Facetten an, was es bedeutete, die vielfältigen Probleme der Messen, ihrer Aussteller und Besucher zu lösen. Und jeder der Gäste konnte sich schließlich lebhaft vorstellen, wie am Ende der Messen im großen Chor aus dem von Lange initiierten Liederbuch gesungen wurde.

Die Aufzeichnung des Gesprächs wird, wie stets, im Stadtarchiv aufbewahrt: ein wichtiges Dokument der hannoverschen Wirtschaftsgeschichte.

Prof. Hauptmeyer wird diese Gesprächsserie im Winterhalbjahr 2014/15 fortsetzen. Bleiben Sie erwartungsfreudig; interessante Interviewpartner warten!