Erneut kamen über 100 Besucher in den Hodlersaal des Neuen Rathauses: diesmal zum Zeitzeugengespräch, das Prof. Hauptmeyer mit Prof. Dr. Lothar Dittrich führte, der 1972 bis 1993 den hannoverschen Zoo leitete. Anschaulich und beispielsreich berichtete Lothar Dittrich von seiner ersten beruflichen Station im Zoo zu Leipzig, der Flucht 1961 und dem beruflichen Neubeginn als wohl einziger promovierter Tierpfleger Deutschlands in der international tätigen Tierhandlung Ruhe in Alfeld. Diese betrieb damals den hannoverschen Zoo. Als Direktor des mittlerweile von der Stadt in Eigenregie übernommenen Zoos stand Dittrich ab 1972 für das Konzept der offenen, weiten Zoolandschaft, die den Besuchern Beobachtungen ermöglichte, die den natürlichen Lebensräumen der Tiere nahe kam.

Der neu gegründete Verein der Zoofreund wuchs rasch auf über 3000 Mitglieder, und generationenübergreifende „Legende“ bleibt die ungemein beliebte Streichelwiese. Doch verschlechterten sich die Chancen für ein solches Zookonzept, so dass es nach Dittrichs Ausscheiden dem „Eventzoo“ wich. Umso eindrücklicher bleibt, welche Fülle von Publikation Prof. Dittrich seither zur Geschichte des Zoos, zum Verhältnis der Kunst zu Tieren und zur Zoologie an sich vorgelegt hat.

Die Gäste diese nunmehr siebten Zeitzeugengesprächs, darunter viele Mitarbeiter und Freunde des Zoos, erlebten einmal mehr einen höchst informativen und zugleich unterhaltsamen Abend.