Offizielle Überhabe: Prof. Hauptmeyer händigt seinem Nachfolger im Amt des Vorsitzenden, Prof. Otte, die Handakte aus.

Offizielle Übergabe: Prof. Hauptmeyer händigt seinem Nachfolger im Amt des Vorsitzenden, Prof. Otte, die Handakte aus.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung am 1. Februar 2016 stand der Vorsitzwechsel: Prof. Dr. Hans Otte, langjähriger Direktor des landeskirchlichen Archivs, übernahm den Vorsitz von Prof. Dr. Carl-Hans Hauptmeyer. Die übrigen Vorstandsämter blieben unverändert.

Hans Otte würdigte in seiner anschließenden Ansprache die dreijährige Vorsitzarbeit von Carl-Hans Hauptmeyer mit Worten wie „viele neue Ideen verwirklicht“ und „besondere Fähigkeit zum Brückenbau“. Speziell wies er auf den Erfolg der „Zeitzeugengespräche“ hin. Carl-Hans Hauptmeyer dankte seinerseits der Archivleiterin Frau Dr. Cornelia Regin und deren Team für deren vorzügliche Arbeit, so dass viele gemeinsame Ziele erfolgreich verwirklicht werden konnten.

Abstract:

Juden, Katholiken, Reformierte … Zur Toleranz (nicht nur) in Hannover in der Frühen Neuzeit

Sein Ausgangspunkt war Luthers Forderung nach Gewissensfreiheit, weil in Glaubenssachen kein Gewissenszwang erlaubt sei. Dieser Forderung stellte Otte die Toleranzpraxis in der Frühen Neuzeit gegenüber; sie kannte abgestufte Formen der Toleranz: für einen Untertan weniger als für einen Herrscher, in der Öffentlichkeit deutlich weniger als im Privathaus. Die Altstadt Hannovers verstand sich seit der Reformation (1536) als lutherische Stadt, volles Bürgerrecht besaßen nur lutherische Einwohner. Zwischen der Alt- und Neustadt Hannovers gab es im Rahmen der frühneuzeitlichen Toleranz graduelle Unterschiede, nur in der Neustadt war der Bau einer Synagoge und von Kirchen anderer christlicher Konfessionen gestattet. Aber auch in der Altstadt durften Nichtlutheraner wohnen und Grundbesitz erwerben. Die Forderung nach wirklicher Glaubensfreiheit wurde aber kaum programmatisch vertreten, auch nicht im 19. Jahrhundert, als sie faktisch durchgesetzt wurde. So war es dann unter den ganz anderen Bedingungen der NS-Herrschaft möglich, dass die Synagoge in der Neustadt 1938/39 zerstört wurde, dieser Zerstörung folgten dann 1943/44 die anderen Kirchen in Hannovers Alt- und Neustadt.

Krönender Abschluss: Prof. Otte überzeugt die Zuhörerinnen und Zuhörer seines Vortrage davon, dass die streng lutherische Altstadt Hannover während der frühen Neuzeit eine pragmatische religiöse Toleranz zuließ.

Krönender Abschluss: Prof. Otte überzeugt die Zuhörerinnen und Zuhörer seines Vortrage davon, dass die streng lutherische Altstadt Hannover während der frühen Neuzeit eine pragmatische religiöse Toleranz zuließ.