„Politisches Gestalten aus Erleben und Engagement“ lautete das Thema des nunmehr 9. Zeitzeugengesprächs, das Prof. Hauptmeyer diesmal mit Dr. Wolfgang Scheel, dem ehemaligen hannoverschen Bürgermeister und langjährigen Leiter der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung führte.

Jenem Motto gemäß handelte Scheel über Jahrzehnte. Er sog als Jugendlicher im Berlin der Nachkriegszeit begierig die Informationen zur  demokratischen politischen Bildung auf. Ohne zu ahnen, dass in der Schicksal einmal nach Hannover führen werde, wusste er beredt von seinen ersten Aufenthalte in der niedersächsischen Landeshauptstadt zu Beginn der 1950 er Jahre zu erzählen. Hannover erschien ihm in der hiesigen Form des Wiederaufbaus so fortschrittlich. Nach seinen Examina, unter anderem im Fach Geschichte, unterrichtete er im Raum Hannover als Gymnasiallehrer und schrieb historisch politische Artikel. Diese bauten ihm die Brücke zur Tätigkeit in der Landeszentrale für Politische Bildung.

Seine Prinzipien waren: informieren, aufklären, keine Vorurteile gelten lassen. Viele Jahre war er für die CDU aktiv und hannoverscher Ratsherr. Er leitete den Kulturausschuss der Stadt, kandidierte gegen Herbert Schmalstieg um das Amt des Oberbürgermeisters und war dennoch loyaler Bürgermeister als Vertreter Schmalstiegs. Aus allen seinen Erlebnissen sprach der Gedanke, dass Konfrontation der falsche, miteinander reden und gemeinsam Probleme lösen der richtige Gedanke sei.

Wenn diesmal der Hodlersaal nicht bis auf den letzten Platz gefüllt war, so lag es bestimmt nicht an Hauptmeyers Gesprächspartner, sondern allein an der Tatsache, dass am selben Abend publikumswirksame andere Veranstaltungen in Hannover stattfanden.