Vortrag im Rahmen der Ausstellung „GEHEIMNIS – Ein gesellschaftliches Phänomen“

Geheim!
Macht und Ohnmacht der Archive in der demokratischen Gesellschaft
Referent: Dr. Clemens Rehm

Mittwoch, 8. November, 18.00 Uhr
Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße
Veranstalter: Landeshauptstadt Hannover, Büro Oberbürgermeister, Wissenschaftsstadt Hannover, in Kooperation mit der VolkswagenStiftung und dem Stadtarchiv Hannover

Eintritt frei

Demokratische Gesellschaften wie die Bundesrepublik Deutschland beruhen auf den Verfassungsprinzipien des Rechtsstaats und der Demokratie. Die Verwirklichung beider Prinzipien kann nur gelingen, wenn für öffentliches Handeln grundsätzlich Transparenz besteht. Diese Transparenz wird in demokratischen Gesellschaften u.a. anhand von archivierten Unterlagen in öffentlichen Archiven hergestellt. Diese Aufgabe der gesetzlich legitimierten und kontrollierten Durchbrechung des Geheimen zur Schaffung des gesellschaftlichen Gedächtnisses begründet die Systemrelevanz der Archive. Doch immer wieder wird dem Amtsgeheimnis gegenüber der Transparenz Vorrang gegeben. Die noch nicht entschiedene Debatte um die Grenzen des Geheimen wurde zuletzt 2017 bei der Novellierung des Bundesarchivgesetzes öffentlich geführt. Es geht um nichts weniger als die Macht und Ohnmacht der Archive, in der demokratischen Gesellschaft Transparenz zu ermöglichen.

Mann

Dr. Clemens Rehm @ Wissenschaftssadt Hannover

Dr. Clemens Rehm
Archivar und Historiker
Im Landesarchiv Baden-Württemberg leitet er die Abteilung Fachprogramme und Bildungsarbeit. Die rechtlichen Regelungen zur dauerhaften Sicherung von Informationen und zu deren Zugang im Archiv bilden einen Schwerpunkt seiner Arbeit. In den letzten 10 Jahren war er mehrfach als Sachverständiger zu parlamentarischen Beratungen von Archivgesetzen geladen, zuletzt im Deutschen Bundestag im Oktober 2016.